Stiller Kunstpfad

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts entdeckten zahlreiche Künstler Kampen für sich und begründeten damit das heutige Renommee des noblen Friesendorfes. Namhafte Schriftsteller wie Christian Morgenstern und Thomas Mann, Max Frisch und Ernst Penzoldt, Hans Fallada und Carl Zuckmayer kamen nach Kampen – Ernst von Salomon gar verfasste in einer Katakombe am Kampener Watt das Buch "Der Fragebogen" und damit den ersten deutschen Bestseller der Nachkriegszeit. Auch zahlreiche Maler griffen in Kampen zum Pinsel. Erich Heckel und Käthe Kollwitz beispielsweise, und der berühmte Emil Nolde schrieb während eines mehrwöchigen Aufenthalts in sein Tagebuch: "Wie ein Trunkener lief ich stundenlang den Strand entlang oder durch den flüssigen Sand der Dünen. Es war, als ob die freie Luft, der salzige Geschmack, die tosenden Wogen mich spornten und beglückten."

Mit einem "Stillen Kunstpfad" will Kampen nun die Erinnerung an vergangene Zeiten wecken: Feierlich wurde vor der Galerie des verstorbenen Malers Siegward Sprotte die erste von zehn Strehlen mit Gedenktafeln aufgestellt. Sie finden bis Ende dieses Monats vor jenen Häusern ihren Platz, in denen namhafte Künstler lebten oder aber zu Besuch weilten: Die Maler Albert Aereboe, Otto Eglau, Emil Nolde und Siegward Sprotte, die Verleger Ferdinand Avenarius, Ernst Rowohlt und Peter Suhrkamp, der Literat Thomas Mann, die Tänzerin Valeska Gert und die Kammersängerin Emmi Leisner.

Jede Tafel ziert ein Zitat des betreffenden Künstlers. So bekundete etwa Thomas Mann: "An diesem erschütternden Meere habe ich tief gelebt", während der Maler Siegward Sprotte befand: "Die Kunst ist kein Lückenbüßer, sie ist eine Lebensnotwendigkeit." "Ich würde mich freuen, wenn der 'Stille Kunstpfad' insbesondere bei jüngeren Gästen Interesse an der Geschichte unseres Ortes weckt", betont Kampens Tourismusdirektorin Birgit Friese und erklärt: "Unser langfristiges Ziel ist es, insgesamt 30 Stehlen aufzustellen – zehn weitere 2009 und zehn im darauf folgenden Jahr." Die Finanzierung des Projekts wird vorrangig durch die Kampener Galerie Sprotte getragen, die dafür mehrere Werke des bekannten Malers versteigerte und daraus bislang 22.000 Euro erlöste.

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Der Tipp wurde von Redaktion am 10. 02. 2009 hinzugefügt

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