Leipziger Spezialitäten Essen und Trinken

Seit Jahrhunderten können die Leipziger und ihre Gäste in der weltoffenen Stadt von einem “Scheelchen Heeßen” (Kaffee) über das Gemüsegericht “Leipziger Allerlei” oder das Mürbeteiggebäck “Leipziger Lerche” bis hin zur “Leipziger Gose” viele kulinarische Spezialitäten genießen. Ob historische Restaurants oder Zeitgeistkneipen, gemütliche Cafés oder amüsante Bars, überall lässt sich hervorragend essen, kommunizieren, einen Kaffee genießen oder einfach nur schauen. Aber was ist nun wirklich “typisch Leipzig”? Die folgende Auswahl an Spezialitäten soll dazu beitragen, diese von Touristen häufig gestellte Frage zu beantworten. Dabei wird ersichtlich, dass Leipzigs Spezialitäten nicht nur aus einem “Allerlei” besteht, sondern vieles zu bieten hat.

Leipziger Allerlei

Hier handelt es sich um ein Hauptgericht aus Frischgemüse. Einen überregionalen Bekanntheitsgrad errang die bekannteste Leipziger Spezialität vor allem im 19./20. Jh. Das überlieferte Originalrezept enthält neben jungen Gemüsesorten wie Erbsen, Möhren, Kohlrabi, Blumenkohl und Spargel auch Morcheln, Flusskrebse und Semmelklößchen. Daher wird es hauptsächlich während der Spargelzeit im Juni serviert, wenn die Schonzeit für Flusskrebse vorbei ist und das Gemüse frisch geerntet werden kann.

Leipziger Allasch

Allasch ist ein unter Verwendung von Kümmeldestillat hergestellter Kümmellikör, der sich durch einen hohen Alkoholgehalt (etwa 38% vol.), ein starkes Kümmelaroma und einen reichlichen Zuckerzusatz auszeichnet. Ursprünglich aus dem Baltikum stammend und Anfang des 19. Jh. auch nach dem Lettischen Gut Allasch in der Nähe von Riga benannt, wurde der Allasch nach der Liquidation des Gutes in Folge der Oktoberrevolution in Russland später durch den Leipziger Spirituosenfabrikanten Wilhelm Horn in eigener Destille hergestellt und verkauft. Heute hat das Unternehmen seinen Sitz im Bayerischen Bahnhof. Echter Leipziger Allasch wird traditionell zur Leipziger Bierspezialität Gose konsumiert und ist, mit ihr gemischt, auch als Regenschirm bekannt.

Leipziger Bachpfeiffen

Die Aussage „Bach in aller Munde“ nahmen zwei Gewandhausmusiker 1999 wörtlich und kreierten die Bachpfeiffen. Die süßen Leckereien wurden als Hommage an den Thomaskantor entwickelt. Die Bachpfeiffen, eine der längsten Pralinen der Welt, wurden den Orgelpfeiffen aus Bachs Zeiten nachempfunden und sind mit Giandulacreme (Haselnusscreme) gefüllt und mit einer feinen Kaffeekuvertüre umschlossen. Die erlesene Schokolade ist u.a. im Thomasshop an der Thomaskirche erhältlich.

Leipziger Gose

Diese Bierspezialität ist ein obergäriges, leicht säuerliches Weißbier mit einem Alkoholgehalt von 4,5% vol. Es wird mit dem Zusatz von Kochsalz und Koriander sowie einem hohen Anteil an biologischer Milchsäure hergestellt. Der Name dieses Exoten leitet sich aus dem Flüsschen Gose ab, aus dem die Goslaer Braumeister das Wasser zur Herstellung des Bieres entnahmen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlagerte sich der Schwerpunkt vom Harz in das Gebiet des Fürstentums Anhalt. Fürst Leopold von Anhalt-Dessau soll die Gose 1738 in Leipzig eingeführt haben. Um 1900 war die Gose das meistgetrunkene Bier der Messestadt. Neben dem Original sind auch Mischungen mit Sirup („Sonnenschirm“) und Kirschlikör („Frauenfreundliche“) beliebt. Heute wird die traditionelle Gose wieder in Leipzig gebraut und in über 40 Lokalitäten angeboten. Die Gosenschenke „Ohne Bedenken“ (Menckestraße 5) ist die einzige noch existierende Gosenschenke an historischer Stelle.

Leipziger Lerche

Bis 1876 wanderten jährlich hunderttausende Singvögel in die Pfanne und waren eine kulinarische Spezialität der Stadt, sie wurden mit Kräutern und Eiern gebacken und mit Sauerkraut oder im Speckmantel serviert. Ein furchtbares Unwetter und zahlreiche Bürgerproteste führten schließlich zum Verbot der Lerchenjagd. Als Ersatz erfanden die gewitzten Leipziger Konditoren einen Leckerbissen aus ofenfrischen Mürbeteig mit einer Marzipan-Füllung aus Mandeln und Nüssen. Sie ahmten die Form der Singvögel nach, um die betrübten Gourmets ein wenig zu entschädigen.

Quarkkeulchen

Sie sind eine sächsische Süßspeise aus 2/3 geriebenen Pellkartoffeln und 1/3 Magerquark, Eiern und Mehl, die mit Zucker, Zimt, Vanillezucker sowie abgeriebener Zitronenschale verfeinert werden. Zur Verfeinerung kann man Rosinen hinzugeben. Die Quarkkeulchen, die in Form und Größe Kartoffelpuffern ähneln, werden in Butterschmalz goldbraun gebacken und dann mit Zucker oder Apfelmus gereicht.

Leipziger Räbchen

Eine weitere süße Spezialität sind Krapfen, die auch „Leipziger Räbchen“ genannt werden. Die mit Marzipan gefüllten Pflaumen werden in einen Eierkuchenteig gedrückt, in kugelform gebracht und in Zimtzucker gewälzt. Man kann die „Leipziger Räbchen“ auch selbst herstellen: Dafür benötigt man besonders feste, entsteinte Backpflaumen. Dann werden süße Mandeln und ein wenig Zucker so lange in einer Schlagmühle gemahlen, bis die Mandeln eine Masse ergeben. Die Pflaumen nun mit der Marzipanmasse füllen und fest zusammendrücken. Dann werden sie durch einen Eierkuchenteig gezogen und schließlich in heißem Fett goldgelb gebacken.

(22 Bewertungen)

Der Tipp wurde von Redaktion am 04. 09. 2008 hinzugefügt

Tipp bewerten:   

Bitte bewerten Sie den Tipp als solchen und nicht das Bild oder die Beschreibung

Kommentare

Mit Ihrem Kommentar können Sie den Tipp ergänzen und anderen Sufern nützliche Informationen mitteilen. Bitte halten Sie sich bei einem Kommentar an die Netiquette. Einen Kommentar schreiben

Die hilft mir nicht
SCHLECHT!
Geschrieben von Deine am 06. February 2015



Einen Komentar zu "Leipziger Spezialitäten Essen und Trinken" hinzufügen

Bewertung*:
Name*:
EMail Adresse:
Betreff*:
Spamschutz*: Bitte die Summe von 8 plus 4 eintragen
Tipps