Radfahren im Alten Land
Die Urlaubsregion Altes Land am Elbstrom bietet Radlerglück am laufenden Meter: Über 1.000 km ausgeschilderte Radwege, rekordwürdige und ausgezeichnete Radfernwege wie der Nordseeküsten-Radweg oder der Elberadweg. Kombiniert man den Este- mit dem Elberadweg mit dem Besuch von Buxtehude und Stade wird daraus eine hanseatische Landpartie mit viel Blick aufs Wasser. Schlau, wer schon da ist, sagen die Buxtehuder in Anlehnung an die Sage von Hase und Igel. Buxtehude, die über 1.000jährige Hanse- und Märchenstadt ist Ausgangspunkt der Radtour.
Schon von weitem sichtbar ist der über 75 m hohe Turm der St. Petrikirche, dem Wahrzeichen der Stadt. Zu den Füßen der gotischen Backsteinbasilika liegt der St. Petri-Platz, auf dem zweimal wöchentlich der Wochenmarkt stattfindet. Frischer kann das Obst nicht feilgeboten werden, denn der Obstgarten Altes Land befindet sich vor den Toren Buxtehudes. Auf einer Führung durch die Altstadt wird auch die grachtartige Anlage des innerstädtischen Hafens erklärt. Am West- und Ostfleth erinnert heute der Ewer Margareta an die Zeit der Frachtschifffahrt und des regen Handels mit den anderen Mitgliedern der Hanse. Bevor es auf Tour geht, locken die schönen Restaurants zu einer Einkehr.
Gestärkt geht es gemütlich mit dem Fahrrad vom Buxtehuder Hafen auf den Esteradweg Richtung Cranz. Ein großes „E“ auf weißem Grund markiert den Weg. Die einfache Strecke hat kaum Steigungen und hält immer den Kontakt zu der romantischen Landschaft an der Este. Gärten, die bis ans Wasser reichen und über einen eigenen Bootsanleger verfügen, Gartencafés und weite Obstplantagen bestimmen das Bild bis zur Mündung am Este-Sperrwerk. Nach ca. 15 km ist dieses Ziel erreicht. Von da an wandelt sich der Charakter der Strecke grundlegend, denn jetzt ist die Elbe der Reisepartner. Auch wegen der abwechslungsreichen Landschaft wurde der Elberadweg (blauer Schriftzug „elbe“) 2008 erneut zum beliebtesten Radfernweg gewählt.
Von Cranz geht es elbabwärts vorbei an der St. Nikolai-Kirche in Borstel Richtung Jork. Im Frühling, verwandelt sich der Obstgarten Altes Land in ein duftendes Blütenmeer, in dem die Obstblüten mit den Gartenstauden um die Bienen wetteifern. Mit Ornamenten reichverzierte Bauernhäuser und Prunkpforten erfreuen den Radler auf dem Weg. Der malerische Ortskern von Steinkirchen lädt zu einer Pause ein. Über die Lühe spannt sich die weißleuchtende Hogendiekbrücke, das Wahrzeichen des Alten Landes. Die hölzerne Klappbrücke erinnert an die Zeit der holländischen Siedler, die das nasse Marschland im 12. Jahrhundert mit ihren Deichbau- und Entwässerungskenntnissen bewohnbar machten.
Kurz darauf wird wieder die Elbe erreicht. Neben den riesigen Containerschiffen fühlt man sich sehr klein. Ab hier fährt man ein Stück des Weges. Hinter Hollern-Twielenfleth kehrt der Radfahrer der Elbe den Rücken und trifft nach kurzer Fahrt und ca. 32 km im über 1.000 jährigen Stade ein. Der Rundgang durch die Altstadt macht doppelt soviel Spaß, wenn man seinen Drahtesel samt Gepäck sicher aufgehoben weiß. Direkt gegenüber der Tourist-Info am Hafen befinden sich Fahrradmietboxen, die der Reisende gegen Pfand nutzen darf. Die Zugehörigkeit zur Hanse und der Geist des Handels sind auch heute allgegenwärtig in Stade. Wer 350 Jahre Hansegeschichte auf unterhaltsame Weise erfahren möchte lauscht u.a. „Bademutter Ursula“ bei der Erlebnisführung „Auf den Spuren der Hanse“. Neben der historischen Altstadt lockt die reiche Vielfalt an Geschäften und Einkehrmöglichkeiten zu einem längeren Aufenthalt. Gleichzeitig ist Stade Knotenpunkt weiterer überregionaler Radfernwege, so dass der Radtourist hier seine nächsten Ziele ausmachen kann. Zurück an die Este Richtung Buxtehude führt ein anderer internationaler Radfernweg, der Nordseeküstenradweg.
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Der Tipp wurde von Redaktion am 22. 09. 2008 hinzugefügt
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