Wilhelmsbad

Wilhelmsbad
Wilhelmsbad ©Suburbia GNU

Der Kurgebäude im Zentrum der Parkanlage Wilhelmsbad in Hanau

Die Geschichte von Wilhelmbad in Hanau beginnt Anfang des 18. Jahrhunderts. Kräuterfrauen hatten an der Stelle, an der sich heute der Brunnentempel befindet, eine Quelle entdeckt, die vom damaligen Hanauer Grafen Philipp Reinhard gefasst und dort ein hölzerner Wandelgang für die Brunnentrinker angelegt wurde. Außerdem errichtete man am „Guten Brunnen“, wie man die Quelle nannte, 6 „heimliche Gemächer“, um für die „durchschlagende Wirkung“ des Brunnenwassers gerüstet zu sein. Doch erst der plötzliche Reichtum des Erbprinzen Wilhelm von Hessen-Kassel machte es möglich, dass aus dem verschlafenen „Guten Brunnen“ ab 1777 eine der luxuriösesten Badeanlagen Deutschlands wurde. Wilhelm hatte seine Landeskinder – ähnlich wie sein Vater in Kassel - an seinen Vetter, den englischen König Georg III. für viel Geld vermietet, die auf der Seite der englischen Krone im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpften.

Ein Tagebucheintrag des Erbprinzen Wilhelm aus dem Jahre 1779 berichtet über den Fortgang der 1777 begonnenen Bauarbeiten am „Guten Brunnen“: „In diesem Frühjahr wurde unter dem Fundament des Pavillons Nummer eins (heute Kavaliersbau = Eingang zum Comoedienhaus) eine neue Mineralquelle des Guten Brunnens entdeckt, die noch ergiebiger war als die alte. Im nämlichen Pavillon wurden zwei Säle und Duschbäder gebaut.“ Und weiter unten heißt es dann: „In den Maitagen ersuchte mich eine Abordnung von Unternehmern und Bürgern der Neustadt, dem Guten Brunnen meinen Namen zu geben. Ich willigte ein und der Ort wurde Wilhelmsbad genannt. Ich hängte mein Herz immer mehr daran, ließ über dem alten Brunnen einen Tempel bauen und die beiden großen Alleen anlegen, von denen die eine zu den Höhen des Hartwigswaldes führt, die andere in Richtung Mittelbuchen verläuft.“

Für kurze Zeit avancierte Wilhelmsbad zu einem der mondänsten Badeorte in Deutschland, in dem sich die Eliten der Region ein Stelldichein gaben. Alle wollten dabei sein, wo die vornehme Gesellschaft sich traf, bot doch das Bad zahlreiche Möglichkeiten um sich zu amüsieren und „der lähmenden Geisel der Langenweile zu entfliehen“. Außer baden und „Heilwasser“ trinken konnte der Besucher in Wilhelmsbad im Kurpark Lustwandeln, Karussell- und Gondelfahrten unternehmen, das Comoedienhaus besuchen und sein Geld beim Pharaospiel (Glückspiel) im Spielcasino verspielen, „was der Gesundheit überhaupt nicht zuträglich sein“, wie kritische Quellen anmerkten. Dass sich das Heilwasser des Wilhelmsbades schon kurz nach der Blüte des Bades Ende des 18. Jahrhunderts als weder heilkräftig noch ergiebig genug herausstellten, ist eine Ironie der Geschichte, denn letztlich ist dies der Grund, warum Wilhelmsbad nicht verändert oder modernisiert wurde und heute als geschlossenes Ensemble aus dem späten 18. Jahrhundert - umgeben von einem prachtvollen Park mit Parkarchitekturen - fast vollständig erhalten geblieben ist. Eine vergleichbare Anlage gibt es weit und breit nicht in der Region.

Auf dem Gelände des Staatsparks Wilhelmsbad befindet sich mit dem Puppenmuseum und einer Minigolfanlage weitere Freizeitmöglichkeiten.

Adresse:


Wilhelmsbad
Kesselstädter Straße
63454 Hanau

Tel: 06181-9065090
Fax: 06181-9066086

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Der Tipp wurde von Redaktion am 22. 09. 2008 hinzugefügt

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Karte Hanau: Lage und Anfahrt Wilhelmsbad


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