Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Die Schwarze Elster bei Elsterwerda

In weitem Bogen umfasst die „Schwarze Elster“ den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft im Süden und Westen. Die nördliche Grenze bilden Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde, die als Gerberstadt und Sängerstadt auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Im Osten reicht der Naturpark bis an die Stadt Lauchhammer, in der die Eisengießerei seit Jahrhunderten zu Hause ist.

Die älteste Landschaft Brandenburgs findet sich hier. Die vor ca. 180 000 Jahren zu Ende gegangene Saale-Eiszeit hatte einst Hügel und Becken hinterlassen, die im Laufe der Jahrtausende von Wind und Wasser zu sanften Formen geebnet wurden. Auch die im Zuge der Eiszeit entstandenen Seen sind inzwischen verlandet. Aber die landschaftliche Vielfalt ist geblieben, und dafür hat auch der Mensch gesorgt.

Bis in die jüngste Vergangenheit wurde Braunkohle in der Region gefördert, und der Naturpark erhielt in einigen Gebieten sein heutiges Gesicht erst durch den Abbau von Bodenschätzen. So entstanden z. B. die Fischteiche bei Doberlug durch den Abbau von Raseneisenstein und die Badeseen bei Grünewalde durch den Braunkohletagebau. Weitere ehemalige Abbaugruben konnten sich ohne größere äußere Einflüsse zu einem eigenständigen Lebensraum entwickeln und bieten heute verschiedenen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.

Das Kernstück des Naturparks bildet der ehemalige Truppenübungsplatz bei Hohenleipisch. Dieses etwa 3700 ha große Naturschutzgebiet ist für den Namen des Naturparks verantwortlich. Hier wachsen neben Kiefern große zusammenhängende Traubeneichenwälder. Besenheide und Silbergrasfluren, entstanden durch die ehemals militärische Nutzung, bestimmen das Bild der beiden großen Offenflächen.

In unmittelbarer Nachbarschaft erstreckt sich ein Moorgebiet, wo in vergangenen Zeiten kleinflächig Ton für das heimische Töpfergewerbe abgebaut wurde. Seit den 1950er-Jahren hat der Abbau von Torf, für den Kurbetrieb der Rheumaklinik in Bad Liebenwerda, reizvolle Kleingewässer entstehen lassen.

Einen ganz anderen Charakter spiegelt die Region um Döllingen und Hohenleipisch wider. Tausende Obstbäume sorgen dafür, dass die Landschaft während der Blütezeit, Ende April - Anfang Mai, einem Blütenmeer gleicht. Zentrum der einstigen und heutigen Streuobstregion ist der „Pomologische Schau- und Lehrgarten“ in Döllingen. In diesem “lebendigen Obstbaumuseum” wachsen jetzt etwa 400 alte und neue Obstsorten. Besucher können die Entwicklung der Obstbäume von ihrer Wildform bis zu den aktuellsten Züchtungen verfolgen, Rat einholen und sich über Sorteneigenschaften informieren.

Auch an der Schwarzen und Kleinen Elster hat der Mensch vor etwa 150 Jahren Hand angelegt und dem Fluss ein neues Bett gegraben. An der Kleinen Elster konnten auf Initiative der Naturparkverwaltung 2007 sieben ehemalige Flussschleifen, die einst zugeschüttet worden waren, wieder geöffnet und an den Flusslauf angebunden werden. An den kleineren und größeren Zuflüssen, weitab vom Massentourismus, hinterlässt der Biber - ein Baumeister der ganz besonderen Art - heute wieder seine Spuren.

In den Dörfern gibt es viele bau- und kunsthandwerkliche Kleinode zu entdecken. Ob die Umgebindehäuser in Fischwasser, die Mühlen in Plessa, Elsterwerda und Oppelhain oder die vielen kleinen Kirchen, die zumeist noch aus der Zeit der Zisterziensermönche stammen.

Seit dem Jahr 1990 ist viel getan worden, um das Gebiet für Erholungssuchende attraktiv zu gestalten. Das gilt für Rad- genauso wie für Fußwanderer. Wanderwege wurden ausgeschildert und thematische Radtouren entwickelt. Auch hoch zu Ross oder per Kremser kann man die Gegend erkunden. Zahlreiche Gaststätten bieten schmackhafte Speisen an, die aus der Region stammen und somit die Gäste zur Einkehr bewegen.

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Der Tipp wurde von Redaktion am 15. 10. 2008 hinzugefügt

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