Christkindlmarkt München - Weihnachtsmarkt am Marienplatz

Wenn es dunkel wird und der Schnee auf den Dächern der Marktstandln im hellen Glanz unzähliger Lichter leuchtet, dann ist der Münchner Christkindlmarkt auf dem Marienplatz am schönsten. Die rund 2.500 Lichter des großen Weihnachtsbaumes, dem Wahrzeichen des Marktes, glitzern vor der romantischen Kulisse des neugotischen Rathauses. Alljährlich lassen sich die Münchner und ihre Gäste aus nah und fern in der guten Stube der bayerischen Landeshauptstadt vom vorweihnachtlichen Charme dieses Traditionsmarktes verzaubern.

Dieser klassische Christkindlmarkt in München gilt als der älteste der Stadt. Er ist das Original und der beliebteste in der Stadt, wie eine Studie der Fachhochschule, Fachbereich Tourismus München im Jahr 2004 ergab.

Die Anfänge des Münchner Christkindlmarktes sollen mit den sogenannten Nikolausmärkten bereits im 14. Jahrhundert liegen. Zum ersten Mal erwähnt wird 1642 in den Annalen der Stadt eine Nikolaidult in der Kaufinger Straße beim Schönen Turm, die wahrscheinlich bereits seit Beginn der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts abgehalten wurde. Im Gegensatz zu den anderen Münchner Dulten und Jahrmärkten durfte dieser Markt, der am 5. und 6. Dezember stattfand, nur von Münchner Händlern beschickt werden.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts siedelte die Nikolaidult auf den heutigen Promenadeplatz um. „Oberammergauer Ware und Nürnberger Lebkuchen, baumwollene Kinderkleider, Kripperlfiguren und Kaminfeger aus Zwetschgen und Mandeln, Nikolaus-, Nonnen- und Einsiedlerbildchen“ gehörten – wie der Chronist Michael Schattenhofer herausfand - zum Sortiment des Nikolausmarktes von 1805. Dieser Markt - nun auf dem Max-Joseph-Platz - gilt als Vorgänger des heutigen Christkindlmarktes.

„Auch ist der uralte Nikolaimarkt abgebracht und statt dessen ein Christmarkt nach protestantischer Art ... am Residenz- oder Max-Joseph-Platz verlegt worden“, notiert Lorenz Westenrieder am 6. Dezember 1806 in seinem Tagebuch. Unter Einfluss der Aufklärung und der wachsenden Bedeutung des Protestantismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand nun in München statt, was in anderen Gegenden und Städten wie Nürnberg und Straßburg bereits im 16. Jahrhundert sich vollzog: der Wechsel vom Nikolaus zum Christkind als Gabenbringer und damit auch von Nikolaus- zum Christ- oder Weihnachtsmarkt.

Der Münchner Christkindlmarkt, wie der Weihnachtsmarkt München liebevoll genannt wird, hatte im Laufe seiner Geschichte von 1806 an viele Standplätze:
1806 auf dem Dultplatz auf dem heutigen Maximiliansplatz,
1886 - 1938 in den Anlagen vor dem Sendlinger Tor bis hinein in die Sonnenstraße,
1938 aus baulichen und verkehrstechnischen Gründen in der Blumenstraße an der Stelle der ehemaligen Schrannenhalle,
1939 auf dem Mariahilfplatz in der Au,
1940 auf dem Platz der 1938 abgerissenen Synagoge an der Maxburgstraße,
nach 1945 am Hochbunker in der Blumenstraße,
seit 1972 auf dem Marienplatz im Herzen der Stadt.

Das Warenangebot hat sich in den fast 200 Jahren, die seither vergangen sind, nicht grundlegend geändert. Lebkuchen und Zwetschgenmanderl, Holzwaren aus Oberammergau, Südtirol und dem Erzgebirge und alles weitere, was zur Advents- und Weihnachtszeit gehört, wird heute in über hundert Buden auf dem Marienplatz angeboten. Auch die Papierbildchen finden sich seit einigen Jahren wieder und bringen nostalgischen Flair auf den Weihnachtsmarkt.

Eine besondere Stellung nimmt am Münchner Weihnachtsmarkt der große Bereich der Kripperl und des Krippenzubehörs ein. Nur ein paar Schritte vom Marienplatz entfernt und verbunden über einen Sternenweg liegt am Rindermarkt der wohl größte Kripperlmarkt Deutschlands. Große orientalische Prunkkrippen oder alpenländische Minivarianten werden ebenso zum Verkauf angeboten wie garantiert bruchsichere Krippenfiguren aus täuschend holzähnlicher Plastikmasse. Hier, am Rande der Fußgängerzone, kann, beschaulich und mit Muße ausgesucht, ein Stück Weihnachten mit nach Hause getragen werden. Von der Laterne für den Stall über die Spreu für Ochs und Esel bis zu den Gaben der Heiligen Drei Könige findet sich hier alles, was für eine echte Krippe benötigt wird. Der kleine Schatz, mit Liebe ausgesucht und behutsam verpackt, erinnert an die Kindheit, als das Kripperl neben dem Christbaum dem kleinen Beschauer eine wundersame Welt öffnete.

Inspirieren lassen können sich die Krippenbauer von der historischen Stadtkrippe im Rathausprunkhof, die 1954 der Münchner Künstler Reinhold Zellner schuf. Der Kripperlmarkt am Christkindlmarkt München hat eine lange Tradition. Diese Spezialabteilung sonderte sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts als eigener Krippenmarkt ab, der vom ersten Adventssonntag bis Dreikönig dauerte. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Weihnachts- und Krippenmarkt wieder vereint.

Zu einem zünftigen Bummel über den Müchner Weihnachtsmarkt gehört auch das Genießen kulinarischer Köstlichkeiten. Heißer Glühwein und Met wärmen von innen, frisch gebrannte Mandeln und heiße Maroni von außen. Der verlockende Duft von Bratwürsten lädt zum Schlemmen ein. Süße Adventsspezialitäten wie Pfeffernüsse und Magenbrot gehören einfach zum Christkindlmarkt dazu.

Wie in jedem Jahr werden auch heuer wieder die Münchner erwartungsfroh am Freitag vor dem ersten Advent um 17.00 Uhr auf den Marienplatz kommen, um die feierliche Eröffnung des Christkindlmarktes durch den Münchner Oberbürgermeister mitzuerleben. Der fast 30 Meter hohe Christbaum erstrahlt dann zum ersten Mal in der vollen Pracht seiner Lichter. Auch das hat Tradition: der Weihnachtsbaum wird jedes Jahr von einer anderen Gemeinde gestiftet, kommt aus der Ferne nach München; 1830 brachte Therese von Sachsen-Hildburghausen, die Gemahlin von König Ludwig I, zum ersten Mal einen geschmückten Christbaum in die Münchner Residenz.

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Der Tipp wurde von Redaktion am 22. 09. 2008 hinzugefügt

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